GRÜNE zu Besuch bei Bildungseinrichtungen in Mühlhausen

Am Montag, den 26.08.2014 waren die bildungspolitische Sprecherin der Thüringer Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Astrid Rothe-Beinlich gemeinsam mit dem justiz- und finanzpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion, Carsten Meyer und dem Kreistagsabgeordneten, Tino Gaßmann unterwegs in Mühlhausen. Auf dem Programm standen Besuche bei der KiTa „Uferknirpse“, der Volkshochschule im Unstrut-Hainich-Kreis ein Treffen mit der Elternvertretung sowie dem Leiter der Musikschule des Unstrut-Hainich-Kreises.

Beim Besuch der AWO-Kita „Uferknirpse“ führte die Leiterin Birgit Genzel durch das Ausweichgebäude, welches die KiTa bis zur Fertigstellung der Sanierung des eigentlichen Kitagebäudes bezogen hat. Danach blieb Zeit für ein ausführliches Gespräch. Birgit Genzel erläuterte dabei, dass in der integrativen KiTa momentan 139 Kinder betreut werden, wovon 24 mit besonderem Förderbedarf aufweisen und sich 20 in mobiler Frühförderung befinden. Das Konzept der Kita ist so ausgerichtet, dass die Kinder aus dem Integrations- und Regelbereich möglichst viel miteinander in Kontakt kommen, so dass kein Kind das Gefühl einer Sonderstellung erhalten soll. Das Besondere an der integrativen Kita sei, dass alle Mitarbeiterinnen neben der ErzieherInnenausbildung noch eine Zusatzqualifikation vorzuweisen können, wodurch eine Vielzahl an pädagogischen Konzepten und Herausforderungen realisiert werden kann. Neben ausgebildeten Heil- und Montessorie-Pädagoginnen, Physio- und Tiertherapeutinnen befinden sich auch Kinderkrankenschwestern unter dem Personal. Die Einrichtung hat es sich zudem zum Ziel gemacht, jedes Kind ab dem vierten Lebensmonat aufzunehmen und die Betreuungsbedingungen bestmöglich an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. Allerdings habe auch dies Grenzen. Auch eine günstige Ganztagsversorgung, welche beispielsweise Ernährungseinschränkungen der Kinder berücksichtigt, ist vorhanden. Probleme sieht die Leiterin allerdings in der starren Bindung des Kita-Personalschlüssels an die ständig wechselnde Anzahl der zu betreuenden Kinder, da infolgedessen die Arbeitsstunden der Erzieherinnen und Erzieher jeden Monat unterschiedlich stark schwanken. Auch das längst bekannte Problem der fehlenden männlichen Betreuer wurde angesprochen. Gemeinsam wurde auch über das geteilte Anliegen, des für Eltern kostenfreien KiTa-Besuches gesprochen, wofür sich auch Birgit Genzel aussprach. Astrid Rothe-Beinlich erläuterte, dass mit dem Vorschlag der Grünen zunächst das erste Kita-Besuchsjahr kostenfrei zu stellen, ein erster Einstieg in die Kostenfreiheit ermöglicht werden solle.

Anschließend wurde die Volkshochschule im Unstrut-Hainich-Kreis besucht. Die Leiterin Frau Mende freute sich sehr über den Besuch und das Interesse an der Erwachsenenbildung. Deutlich wurde in der Führung durch das Haus und im anschließenden Gespräch, dass die VHS derzeit in einem für das Lernklima wenig optimalen Gebäude untergebracht ist. Zwar habe der Kreistag im Unstrut-Hainich-Kreis den Umzug in die derzeit leer stehende Röblingschule in der Mühlhäuser Innenstadt beschlossen, allerdings stehe dafür nach Auffassung des vom Landesverwaltungsamt beauftragten Haushaltsbeauftragten für den Unstrut-Hainich-Kreis, Klaus Brodbeck, keine Mittel zur Verfügung. Stattdessen befürwortet dieser eine Auflösung eines zentralen Standortes der VHS. Die Kurse sollen stattdessen auf verschiedene Schulgebäude im Kreis verteilt werden. Der Kreistag muss nun in den kommenden Wochen darüber entscheiden. Tino Gaßmann betonte dabei, dass er sich vor Ort für eine Lösung an einem zentralen Standort stark machen werde. Die Idee, dass die Volkshochschule über Einsparungen bei der Miete und Anhebung der Entgelte dem Kreis zukünftig 293.000 Euro weniger Zuschüsse bedarf, wurde auch von Seiten der bündnisgrünen Abgeordneten für wenig realistisch und nicht umsetzbar erachtet. Vor allem Angebote für Senioren und Integrationskurse müssen auch vormittags stattfinden können. Außerdem gehe es beim Lernen in der VHS auch um das Miteinander der Besucherinnen und Besucher verschiedener Kurse. Die VHS ist mit ihren 3.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und 10.900 Unterrichtsstunden pro Jahr ein wichtiger Anbieter von allgemeiner, gesundheitlicher, politischer und kultureller Bildung im Unstrut-Hainich-Kreis. Über 3000 Stunden davon dienen dem Grundversorgungsauftrag. Beispielsweise ist die VHS der einzige Anbieter für Integrationskurse in der Region.

Schließlich trafen sich die Grünen mit dem Leiter der Musikschule des Unstrut-Hainich-Kreises, Herrn Rangnick, und mit Frau Kannenberg von der Elternvertretung, die das besondere Engagement der Lehrkräfte, der ElternvertreterInnen und SchülerInnen der Musikschule betonten. Auch die Musikschule ist ebenso wie die Volkshochschule derzeit akut von Einsparungen bedroht. So sollen etwa 126.000 Euro nach bisherigen Planungen zukünftig eingespart werden. Der Leiter der Musikschule wies dieses Anliegen zurück. Schließlich seien die Bedingungen in der Musikschule schon jetzt „auf Kante genäht“. So wurden in den letzten 20 Jahren die Stellen der hauptamtlichen Lehrkräfte von 18 auf acht gekürzt, während sich die SchülerInnenzahl jedoch verdreifachte. Wie die VHS gehört auch die Musikschule zum Eigenbetrieb des Kreises. Eine derartige Kürzung der Förderung, wie es das Haushaltssicherungskonzept vorsieht, brächte die Einrichtung ernsthaft in Gefahr. Um dies zu verhindern, wendet sich die Musikschule derzeit mit einer Petition an die Abgeordneten des Thüringer Landtages und die Elternvertretung an den Kreistag. Astrid Rothe-Beinlich betonte zudem, dass sie hier insbesondere die Landesregierung in der Pflicht sieht, durch eine institutionelle Grundförderung für die Musik- und Jugendkunstschulen für mehr Sicherheit und Planbarkeit zu sorgen. Schließlich sei die fehlende Planungssicherheit eine der großen Herausforderung für kulturelle Einrichtungen insbesondere in Zeiten knapper kommunaler Kassen.

Dieser Beitrag wurde unter Bildung, Der Landkreis, Mühlhausen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar