Weg mit der Lücke: Ohne Fahrdraht zwischen Gotha und Leinefelde verliert Nordthüringen den Anschluss 

Elektrifizierungsprojekt muss im Bundesverkehrswegeplan hochgestuft werden 
 

Die Grünen machen auf die in dieser Woche anstehenden Schlussberatungen zum Bundesverkehrswegeplan 2030 und die notwendigen infrastrukturellen Weichenstellungen für Nordthüringen aufmerksam. Zu diesem Thema wurde auch ein entsprechender Antrag zur am Wochenende stattfindenden Landesdelegiertenkonferenz in Bad Langensalza eingereicht, der von fünf grünen Kreis- und Regionalverbänden auch dem Kreisverband Unstrut-Hainich unterstützt wird. 

 

Dazu erklärt : Tino Gaßmann, Sprecher der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Unstrut-Hainich-Kreis

 

„Wir brauchen dringend die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Leinefelde – Gotha. Wenn es uns nicht gelingt, zeitgleich mit der wahrscheinlichen Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung (MDV) die 67 Kilometer zwischen Leinefelde und Gotha unter Fahrdraht zu nehmen, drohen Verschlechterungen für die Fahrgäste. Die jetzige Regionalexpresslinie 1 (RE 1) von Göttingen über Mühlhausen, Erfurt, Jena nach Glauchau wird bisher mit Dieseltriebwagen betrieben. Nach der Elektrifizierung der MDV kann der östliche Teil der Linie ab Erfurt auf jeden Fall mit Elektrotriebwagen befahren werden. Klafft dann zwischen Leinefelde und Gotha weiter eine Elektrifizierungslücke, müsste der RE 1 zwangsläufig in zwei Teile zerschlagen werden. Von Göttingen oder Kassel kommend, müssten zumindest von Leinefelde bis Erfurt weiter Dieselzüge verkehren. Fahrgäste aus Nordthüringen mit den Zielen Weimar, Jena oder Gera wären in Erfurt zum Umsteigen gezwungen. Das kostet Zeit und ist gegenüber den heutigen durchgehenden Verbindungen unkomfortabel. Der RE 1 hat zudem wichtige Zubringerfunktionen für den ICE-Halt Göttingen. Der schnellste Weg von Jena oder Weimar nach Hannover oder Hamburg führt über Gotha – Leinefelde.

Fünf Grüne Kreis- und Regionalverbände fordern daher in einem gemeinsamen Antrag für die Landesdelegiertenkonferenz, die am Wochenende in Bad Langensalza stattfindet, das Vorhaben in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufzunehmen. Dann könnten umgehend die Planungen beginnen. Die Elektrifizierung der Strecke bringt viele Vorteile. Fahrgäste profitieren weiter von umsteigefreien und schnellen Verbindungen. Dieselkraftstoff wird durch Bahnstrom ersetzt, der schon heute zu 40 Prozent aus Erneuerbaren Energien stammt und zügig auf 100 Prozent Grünstrom umgestellt werden kann. Und die Städte in Nordthüringen gewinnen mit guten Bahnverbindungen an Attraktivität – die parallele B 247 kann entlastet werden.

Vergleichsweise günstig sind die Baukosten: Mit rund 90 Millionen Euro kosten die 67 Kilometer Streckenelektrifizierung noch nicht einmal halb so viel wie der teilweise vierstreifige Ausbau der B 247.“

Der Antrag zur LDK: 

http://gruene-thueringen.de/sites/gruene-thueringen.de/files/benutzer/ehler/v_05_eisenbahnstrecke_gotha__leinefelde_elektrifizieren_und_optimal_nutzbar_machen_1.pdf 

Dieser Beitrag wurde unter Kreisverband veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar