Grüne schauen über den Tellerrand – Kein Verständnis für Ratsentscheid zur Strauchverbrennung

Eigentlich sollte das regelmäßige Erlebnis blauen Dunstes aus beißendem Qualm, der durch alle Gassen der Stadt und alle Fenster und Lüftungen der Häuser unentrinnbar in unser aller Nasen dringt, völlig genügen, um sich einig zu sein: Das Verbrennen von Strauchschnitt und Gartenabfällen ist nicht mehr zeitgemäß!

Erst recht, wenn es für die Entsorgung der Gartenabfälle gute und dazu auch noch kostenlose Alternativen gibt, weil wir vor der Stadt ein großes Kompostierwerk haben. Doch weit gefehlt. Der Stadtrat hat sich erneut unter der Regie einiger weniger Selbstdarsteller in endlose Diskussionen verloren, an deren Ende wieder einmal alles so bleibt, wie es ist. Gegen den Willen der gesamten Verwaltung, der Ortsbürgermeister und einer großen Mehrheit unserer Bürger (siehe Online-Umfrage der TA vom …), die der Rat doch eigentlich vertreten soll.

Diagramm von 01.01.2012 bis 19.02.2013 - Quelle TLUG Stand 20.02.2013

Diagramm von 01.01.2012 bis 19.02.2013 – Quelle TLUG Stand 20.02.2013

Doch es geht ja gar nicht nur um mehr oder weniger empfindliche Nasen oder mehr oder weniger Bequemlichkeit. Mühlhausen hat ein Feinstaubproblem. Wenn wir das nicht in den Griff bekommen, werden wir voraussichtlich die zweite Stadt Thüringens sein, der das Landesverwaltungsamt in Weimar eine Umweltzone aufgibt.

Mit dem Verbot der Brenntage könnten wir die Anzahl der Grenzwertüberschreitungen im Handumdrehen effektiver reduzieren als mit irgendeiner anderen Maßnahme.

Die Auswirkungen der Brenntage auf die Feinstaubbelastung sind wissenschaftlich gut untersucht, nicht in Mühlhausen, aber vom sachsen-anhaltinischen Umweltschutzamt als spezielles Messprojekt in Burg, Hettstedt und Magdeburg-Stadtfeld. Dort wurden die Auswirkungen der Brenntage auf die Feinstaubkonzentration stundengenau erfasst.

Der Zusammenhang zu den Brennzeiten wurde eindeutig belegt. Die Konsequenz: Es gibt ein ganzjähriges Verbrennungsverbot für Gartenabfälle. Hiervon wäre zu lernen, denn die physikalischen Gesetze sind hier nicht anders, und man muss das gleiche Phänomen ja nicht in jedem Bundesland mit Steuergeldern neu erforschen.

“Wir versprechen, in Sachen Brennverbot nicht locker zu lassen und sind überzeugt, dass Vernunft, Verantwortung und Demokratie letztlich auch in Mühlhausen über Ignoranz obsiegen. Nicht nur unsere Gäste würden es uns danken”, kommentiert der bündnisgrüne Stadtrat Knut Ewers abschließend.

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